Hallo Frühling

Hier bin ich wieder. Es ist Samstag Abend und ich genieße meine me-time 💚

Mein Partner verbringt den Abend bei seinem besten Freund und ich nutze die Zeit, um zu reflektieren.


Zwischen dem letzten Update und heute ist einiges geschehen:


Ich war Anfang März bei einem Kardiologen, um ein 24-Stunden-EKG zu machen. Natürlich war ich übelst nervös. Es fing schon bei der Hinfahrt an (ja ich fuhr selbst mit dem Auto), dann eine komplett neue Situation und den restlichen Tag das Aufnahmegerät um den Hals. Natürlich konzentrierte ich mich darauf so ruhig wie möglich zu sein, um gute Werte zu bekommen (im Nachhinein gesehen ziemlich sinnlos, da ich ja ECHTE Werte haben wollte und man das eigene Herz nicht kontrollieren kann). Am nächsten Morgen fuhr ich wieder in die Klinik um das Aufnahmegerät abzugeben.


Am selben Tag war ich abends das erste Mal seit Ewigkeiten bei einer Veranstaltung. Monika Gruber (Kabarettistin aus Bayern) war in meiner Stadt und ich hatte die Karten schon knapp ein Jahr, also MUSSTE ich hin (sagte mir zumindest mein Kopf).

Ich war davor schon ein Nervenbündel, wollte am liebsten daheim bleiben und nicht unter knapp 2.000 Leute. Mein Schwindel war VOLL da, aber ich telefonierte nebenbei mit einem mir sehr nahe stehenden Freund, der mich runterholte und mich auch ablenkte.

Ich solle mir vorstellen, dass ich IMMER gehalten werde, egal was ich tue und wie viel Angst ich habe und dass mir absolut NICHTS passieren kann (klingt total easy, aber in der vollen Panik ist das gar nicht so leicht umzusetzen).

So lief ich vor der Veranstaltung mit meinen Kopfhörern herum. Sie waren nicht mal eingeschalten, ich wollte einfach nur mein Umfeld dämpfen.

Klappte eig. ganz gut und ich konnte etwas durchatmen, als ich auf meinem Platz saß.

Die Veranstaltung an sich war lustig, ich fühlte mich aber bis zum Schluss total fehl am Platz.

Auch wenn es jetzt vielleicht arrogant klingt, aber als alle rund um mich ständig gelacht haben dachte ich mir nur "Schade, dass ich nicht mehr so leicht zu unterhalten bin" und dass ich kein Kabarett mehr live brauche. Dieses Gefühl habe ich heute noch und es ist total okay. Meine Begleiterinnen (meine Mama und meine Lieblingstante) haben sich toll amüsiert und ich hab mich viel mehr darüber gefreut, als über das Programm. Aber gut, dann soll es wohl so sein. Zumindest akzeptiere ich mittlerweile meine Gefühle viel schneller als früher, eindeutiger Fortschritt 😊


Ich bin danach noch von meiner Mama zu mir nach Hause gefahren, was eigentlich nur ein paar Kilometer bzw. nur eine Autobahnabfahrt entfernt ist. Es schüttete wie aus Kübeln, man sah nur ein paar Meter und kurz vor meiner Abfahrt kam ein Info-Schild, dass meine Abfahrt gesperrt war. Hurra, ich war kaputt und wollte einfach nur nach Hause, aber die da oben (so nenne ich meine Helferlein) wollten mich nochmal beweisen lassen, dass ich mehr kann als ich mir selbst zutraue.

Also die nächste Ausfahrt.. ich fuhr weiter und kam mitten in eine Baustelle. Überall blinkende Lichter zum strömenden Regen, hallo Angst und hallo Panik...

Ich nahm ein paar Kilometer später die nächste Ausfahrt, fuhr aber prompt falsch auf die Autobahn auf. Ich war also wieder in die selbe (falsche) Richtung unterwegs.. Muss gerade drüber lachen 😂

Bei der dritten Ausfahrt hat es dann geklappt, obwohl ich irgendwo im Nirgendwo gelandet bin und nur durch Zufall die Autobahnauffahrt gefunden hab. Hier hatte der Regen aufgehört, dafür war es so neblig, dass ich trotzdem nicht viel mehr als vorher sah.

Kaum war ich daheim (eine gute dreiviertel Stunde später als geplant) fiel ich ins Bett.

Heute bin ich stolz auf mich. Heute bin ich stolz, die Angst & Panik zwar wahrgenommen, aber mich nicht hineingesteigert zu haben.

Vor ein paar Monaten wäre ich irgendwo stehen geblieben und hätte geheult, aber mittlerweile ist mein Kampfgeist wieder erwacht. Dafür bin ich seeeehr dankbar 🙏


Mitte März war ich dann zur Nachkontrolle bei meinem Hausarzt. Die nächste Prüfung (der März hatte es echt in sich). Ich war entspannt, da ich davon ausging, dass ja eh alles passt. Ich war noch nicht mal richtig im Ordinationsraum, als der Arzt sagte "Ah gut, dass Sie da sind. Ich habe bereits versucht Sie telefonisch zu erreichen". Ich (noch relativ locker) "Was? SO schlimm?" (Sarkasmus olé) Aber als er diese Frage bejahte, verlor ich doch spontan meine restliche Gesichtsfarbe.

Er sagte, dass mein EKG ergeben hat, dass mein Puls fast ständig über 100 bpm ist. Das kann man in den Griff kriegen, aber mein Blutbild sieht GAR NICHT GUT aus.

Mein Cholesterinwert ist viel zu hoch, meine Entzündungswerte sind immer noch nicht ganz weg und ich soll ab sofort gesünder leben.

Puh.. erstmal tief durchatmen. Nach dem ersten Schock spürte ich ein eigenartiges Gefühl in mir aufsteigen, es war mein Kampfgeist in Kombination mit meinem Gerechtigkeitsgefühl, denn das war kurz vorm explodieren.


Innerhalb von den nächsten 5 Minuten erklärte ich dem Arzt:

dass mein Puls von meiner inneren Unruhe kommt, die ich seit meinem Burnout habe

dass der Cholesterinspiegel steigt, wenn man gestresst ist

dass der Cholesterinspiegel auch mit meiner Schoko-Sucht zusammenhängt

dass meine Entzündungswerte IMMER leicht erhöht sind, weil ich rauche

und dass ich mich gesund ernähre, genug Wasser trinke und "nur" Schoko diese gesunde Ernährung stört.


Ja ich hab vor einiger Zeit geschrieben, dass mein neuer Hausarzt endlich einer ist, der zuhört und mich ernst nimmt. Aber auch Ärzte dürfen mal nen schlechten Tag haben 😉

In diesem Fall war ich so gekränkt, weil er als mein Arzt nicht mal wusste, dass ich rauche oder wie ich mich ernähre und das auch nie gefragt hat.

Er hat mit mir dann jeden Punkt nochmal durchbesprochen, sich entschuldigt mich geängstigt zu haben (das hab ich ihm nämlich auch direkt ins Gesicht gesagt) und ich solle im April nochmal zum Blut abnehmen kommen.


Ich war den restlichen Tag ehrlich gesagt sehr unruhig, bin das Blutbild immer wieder durchgegangen (hab es mir mitgeben lassen) und hab es auch mit Leuten besprochen, die sich damit auskennen. Und SO schlimm wie er es anfangs sagte, ist es wirklich nicht 😋


Ja ich bin sehr froh um meinen Arzt und auch darüber, dass ich die Möglichkeit habe jederzeit zu einem Arzt gehen zu können.

Aber eines will ich DIR ans Herz legen: niemand kennt deinen Körper so gut wie DU, niemand fühlt DEINE Gefühle und DU alleine bestimmst, was dir Angst macht und was nicht.


Ich habe seit diesem Termin meinen Schoko-Konsum drastisch reduziert (und ja, was ich jeden Tag an Süßkram in mich reingestopft habe war nicht mehr feierlich, und das über MONATE).

Ich habe seitdem täglich mittels Oximeter meinen Puls gecheckt und aufgeschrieben (als Beweis für meinen Arzt hehe). Mein normaler Puls ist zwischen 65 und 95, also alles paletti 😍


Das war alles ziemlich viel für mich in einem Monat und Ende des Monats (genauer gesagt vorgestern) kam die nächste Herausforderung: Ein Tag im Büro.

Klingt harmlos und war früher mein Alltag, aber ich war seit Ende 2021 wieder mal den ganzen Tag im Büro. Und das in einem Büro, das ich nicht kannte (arbeite immer im Homeoffice) und mit KollegInnen, die ich zu 90% auch nur über Videotelefonien kannte. Also rein ins Auto, ab ins Büro und den ganzen Tag von Leuten umgeben arbeitstechnische Dinge besprechen, lachen, sich kennenlernen, die Energien im Büro aufnehmen, sich konzentrieren und sich ab Mittag fragen, wann endlich Abend ist 😉

In Wahrheit war es ein wundertoller Tag. Meine KollegInnen und mein Chef sind alle miteinander GOLD wert und akzeptieren mich genau SO, wie ich bin. So ein Arbeitsumfeld kannte ich bisher noch nicht. Es war locker, entspannt, lustig und trotzdem total produktiv. Ich habe mir im Herbst 2021 diesen Job manifestiert und hab ALLES erhalten, was ich mir gewünscht hab und sogar noch mehr.

Durch diesen Tag im Büro hab ich erst so richtig realisiert, wie schön es ist in so einem Team arbeiten zu dürfen und ich bin SO unsagbar dankbar, weil ich das genaue Gegenteil viele Jahre erleben musste.

An diesem Punkt möchte ich noch eine ganz besondere Kollegin erwähnen. Wir fühlten uns bereits beim allerersten Telefongespräch irgendwie verbunden und das ist für mich mittlerweile zu einer wunderschönen Freundschaft gewachsen. Obwohl wir uns nie sehen (wir sahen uns nach all der Zeit das erste und einzige Mal an diesem Bürotag), fühlt es sich an, wie wenn wir täglich nebeneinander sitzen würden.

Wir sind komplett auf einer Wellenlänge, unterstützen uns (egal ob arbeitstechnisch oder privat) und haben auch den gleichen Humor ;P Danke für DICH, liebe Patricia 💛


Ich bin ehrlich, ich war nach diesem Tag komplett kaputt. Mein Magen hat rebelliert und ich war zu nichts mehr fähig. Ich hab erst am Heimweg bemerkt, wie angespannt ich den ganzen Tag war und hab fast die ganze Heimfahrt geweint (vor Erleichterung, vor Stolz, vor Dankbarkeit, da kam alles raus).

Zum Glück hat mich mein Partner liebevoll daheim empfangen und versorgt.

Geschlafen hab ich dann wie ein Stein haha.


Und so bin ich wieder einige Erfahrungen reicher und durfte lernen, dass die Angst vor diesen ganzen Situationen absolut nicht nötig gewesen wäre.


Da fällt mir ein wunderschöner Satz ein, den ich in meiner schamanischen Ausbildung sehr oft gehört habe: Du bist getragen, du bist beschützt. Egal wo du bist und egal was du tust 😉


Nächste Woche fängt endlich meine Physiotherapie an und darauf freue ich mich schon total. Ich hoffe damit bekomme ich meine "Geier-Haltung" in den Griff, werde lockerer (meine Nacken- und Schultermuskeln kennen das Wort "Entspannung" schon lange nicht mehr) und mein Schwindel wird (bitte bitte bitte bitte) besser oder (OMG das wäre der Hammer) geht ganz weg 🙏


Ich halte euch gerne auf dem Laufenden und wünsche euch nach diesem längeren Beitrag eine gute Nacht/einen guten Tag.


Schaut gut auf euch,

eure FuxiBienchen

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